Umweltengagement kann ganz unterschiedlich aussehen – die einen sammeln Laub, andere Unterschriften und manche liefern sich Kissenschlachten auf offener Straße.
Wie das? Wenn auf öffentlichen Plätzen, in Kaufhäusern oder auf Bahnhöfen Hunderte von Menschen scheinbar unabhängig voneinander, und doch präzise abgestimmt urplötzlich ihre Kissen zücken um aufeinander einzuprügeln und nach einer exakt abgemessenen Zeitspanne ebenso abrupt weiterzuschlendern, als wäre nichts gewesen – dann war man wahrscheinlich Zeuge eines Flashmobs.
Ursprünglich ausdrücklich unpolitisch erdacht, verabreden sich inzwischen auch gesellschaftlich Gleichgesinnte zu den „Blitzaufläufen“ um ihre Botschaft durch möglichst skurrile und eindrückliche Scheinbar-Spontan-Aktionen zu verbreiten. Abgesprochen wird sich meistens im Internet; zu einer genau festgelegten Zeit und ebensolchem Ort kann dann jeder, der davon weiß, mithelfen, unbeteiligte Passanten fantasievoll zu verstören. Genau das macht die Faszination eines solchen Ereignisses aus – dass es so absolut unerwartet für alle anderen auftritt und doch in vollendetem Einklang unter den Beteiligten abzulaufen scheint, die sich zuvor nie begegnet sind.
Ebenso vielfältig wie die Erscheinungsformen des Flashmobs (Kissenschlacht, Seifenblasengeschwader, imaginäres Pistolengefecht) sind dabei die Motivationen. Ein Beispiel für einen gemeinsamen Mob von Umweltaktivisten, Globalisierungs- und Konsumkritikern war der Konsumenten-Zombie-Flashmob: Zahlreiche blutige Untote prangerten anlässlich des schon fast traditionellen „Buy Nothing Days“ die buchstäbliche Gehirnlosigkeit der meisten bei Kauf und Konsum an.
Wer jetzt auch Lust bekommen hat, Fremden eins mit dem Kissen überzuziehen oder als Zombie an das ökologische Bewusstsein der gedankenlosen Konsumenten zu appellieren, kann den Kalender für Berliner Flash-Mobs im Blick behalten.

1 Kommentar
Februar 19, 2008 um 11:09
Großartig! Direkt mal die Termine vormerken